Fehlercode P20E9: Verständnis und Behebung des AdBlue‑Druckfehlers
Auf Fahrzeugen mit Dieselmotor und SCR‑System (Selective Catalytic Reduction) ist der Code P20E9 weniger häufig als sein Pendant P20E8, aber ebenso aufschlussreich.
Dort, wo P20E8 einen zu niedrigen Druck im Harnstoffkreislauf anzeigt, weist P20E9 auf das Gegenteil hin: Der Druck steigt über die vom Motorsteuergerät zulässigen Grenzwerte hinaus.
Aber was sind die tatsächlichen Ursachen für diesen Überdruck im AdBlue‑System, und wie lässt er sich schnell erkennen, bevor er zu schwerwiegenderen Störungen führt?
ein Warnsignal über den Druck des SCR‑Systems
Das SCR‑System basiert auf der präzisen Einspritzung von AdBlue in die Abgasanlage, mit einem Druck von etwa 6 bar, der von der Pumpe des Harnstoff‑Tankmoduls gesteuert wird. Diese Größe wird vom Steuergerät ständig überwacht, das die Messwerte des Drucksensors mit dem erwarteten Sollwert vergleicht.
Wenn das Antriebsstrang‑Steuergerät während der Vorbereitungsphase zur Einspritzung einen Reduktionsmitteldruck außerhalb der Nennwerte erkennt, speichert es einen Fehlercode ab. Im Fall des P20E9 wird eine nach oben abweichende Druckentwicklung gemeldet – nicht ein Druckmangel, sondern ein Überschuss, oder zumindest ein Wert, der im Vergleich zum Sollwert als zu hoch erkannt wird.
Zu beachten: Der P20E9 kann gemeinsam mit den Codes P20E8, P3056 oder P20F6 bei Fahrzeugen der Stellantis‑Gruppe auftreten.
Hinter dem Code P20E9 verbergen sich mehrere mögliche Ursachen
Eine zu hohe Druckentwicklung im Harnstoffkreislauf kann aus mehreren Störungen entstehen:
- Défaillender Drucksensor
- Blockierter Druckregler
- Fehljustierte Harnstoffpumpe
- Störung im elektronischen CAN‑Netzwerk
- Teilweise Verstopfung des Kreislaufs
- Korrosion des Pumpenmoduls
Eine fundierte Vorgehensweise für die Diagnose
Anstatt die schnellste, aber oft teuerste Lösung zu wählen, können bestimmte Störungen des AdBlue‑Systems durch die von Reparlab durchgeführte elektronische Reparatur gezielter behoben werden. Durch das Eingreifen ausschließlich an tatsächlich defekten Komponenten lässt sich häufig der vollständige Austausch des AdBlue‑Moduls vermeiden.
Dieser Ansatz stellt ebenfalls eine nachhaltigere Lösung dar – sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch –, indem er die Lebensdauer der vorhandenen Komponenten verlängert.
Sie finden im Anhang den Link zur AdBlue‑Reparaturlösung.
Gebrauch in der vorbeugenden Wartung
Bestimmte Verhaltensweisen tragen dazu bei, die einwandfreie Funktion des SCR‑Systems zu erhalten:
- Verwenden Sie ausschließlich AdBlue nach ISO 22241; eine nicht normgerechte Flüssigkeit kann den Drucksensor und das Modul beschädigen.
- Den Tank nicht zu weit leer werden lassen, um die Pumpe zu schonen und das Risiko einer Kristallisation zu verringern.
- Einen Diagnosecheck bereits beim ersten Aufleuchten der Warnleuchte einplanen, ohne auf die Meldung „Starten verboten“ zu warten.
Haben Sie Fragen? Finden Sie hier Ihre Antworten!
Was bedeutet der Code P20E9?
P20E9 entspricht einer Druckerhöhung der Harnstoffflüssigkeit, die vom Motorsteuergerät als Überschreitung der erwarteten Sollwerte des SCR‑Systems erkannt wird.
Kann das Fahrzeug mit diesem Fehler weiterfahren?
Zunächst ja, aber ein kilometerbasierter Countdown wird aktiviert. Bei null verweigert der Motor nach jedem Stopp den Neustart. Es wird daher dringend empfohlen, schnell einzugreifen.
Können P20E9 und P20E8 gleichzeitig auftreten?
Ja, und das kommt häufig vor. Diese Koexistenz weist oft auf einen instabilen Drucksensor hin, der zwischen zu hohen und zu niedrigen Werten schwankt.
Muss das AdBlue‑Modul immer ausgetauscht werden?
Nein. Je nach Ursache des Fehlers kann nur der Sensor, der Regler oder die elektronische Platine des Moduls betroffen sein. Eine gezielte Reparatur ist oft möglich.
Wie lässt sich dieser Fehler verhindern?
Die Verwendung von normgerechtem AdBlue, das Halten eines ausreichenden Füllstands im Tank und eine regelmäßige Wartung des Fahrzeugs reduzieren die Risiken erheblich.